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Etwas Geschichte

Was geschieht, wenn sich eine begeisterte heterosexuelle Karnevalistin mit zwei schwulen Faschingsgegnern paart? Das Beste, was Frankfurt passieren kann! So geschehen im Jahr 2004. Eine kleine Geschichte über die Regenbogensitzung.


Anke Schmidt-Holzhauer ist resolut, ausdauernd und besonders nervig, wenn es darum geht, bei der Stange zu bleiben. Wir haben Sie nach einer Showvorstellung von Bäppi La Belle kennengelernt bzw. kennenlernen müssen: Ihr fröhliches Lachen konnte keiner überhören.

Einige Wochen danach kam Sie und erzählte uns von ihrer Idee. Eine Faschingssitzung für Schwule, Lesben und alle toleranten Menschen mit Spaß an ausgelassener Stimmung. So etwas gab es zwar in ganz Hessen noch nicht, aber wir lehnten als überzeugte Faschingsgegner trotzdem ab. Es begann ein kleines Spiel: Bei jedem Treffen sprach sie uns an, bei jedem Treffen sagten wir nein. Aber irgendwann, nach vielen Monaten, wurde unser Widerstand immer schwächer. Dann sind auch Schwule wie jeder andere Mann. Gib’ der Frau was sie will und man hat seine Ruhe.

Naja, Ruhe finden wir seitdem immer weniger, denn der Erfolg hat uns ehrlich überrascht. Es ist unglaublich - erst seit 2004 in Frankfurt und schon eine Institution! Im ersten Jahr waren wir noch bescheiden: Eine Regenbogensitzung im gemütlichen Saalbau Haus Ronneburg. Das sollte genügen.

Und so fand am 19. Februar 2004 die erste „Da zucke die Tucke“-Sitzung statt. Mit Unterstützung unseres Haupt-Sponsors, der Landkelterei Höhl und dem Wohlwollen aller Beteiligten konnten wir ein Vier-Stunden-Programm zusammenstellen und begeisterten Karnevalisten präsentieren. Unter den Gästen waren auch Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks, die dem Programmchef des HR offensichtlich positiv von unsererm Erstlingswerk berichteten.

Nicht nur der Hessische Rundfunk interessierte sich für uns – auch Hunderte andere, die gerne Karten bestellen wollten für 2005. Dabei hatten wir noch gar nicht so weit geplant. Also machten wir uns an die Arbeit. Drei Sitzungen, mehr Künstler und eine TV-Sendung. Ziemlich viel für uns, denn wir haben ja alle noch „ordentliche“ Berufe. Aber mit Hilfe des TSC Schwarz-Gold und seiner vielen ehrenamtlichen Helfern gelang 2005 der Durchbruch: drei Tage ausverkauftes Haus und eine lange Warteliste für Eintrittskarten.

2006 stellte sich die Frage: Noch mehr Sitzungen oder mit begrenztem Platzangebot leben? Nach reiflicher Überlegung kamen wir zu dem Schluß, dass klein und gemütlich unserer Regenbogensitzung sehr zuträglich ist und dank der TV-Übertragungen konnten es ja viele tausend Menschen von Kiel bis Garmisch miterleben.

Im Jahr 2009 zog die Regenbogensitzung in den Südbahnhof. Endlich ein komplett ausgestatteter Saal mit toller Licht- und Tontechnik. 2010 kam dann die Pause. Alle Teammitglieder waren so stark in ihre Jobs eingebunden, daß in der wenigen Zeit die eigenen Ansprüche an eine schwul-/lesbische Faschingssitzung nicht hätten erfüllt werden können. So entschieden wir uns für eine kreative Denkpause.

Gemeinsam mit Ralf Bareuter (Club 78), der bereitwillig die schwierigste Aufgabe der Logistik übernahm, waren wir 2011 wieder am Start. Mit einem neuen und einmaligen Konzept wagten wir in der Union Halle erfolgreich die Mischung aus Sitzung und Ball.

2012 wird wieder das Jahr der traditionellen Regenbogensitzung.

Für die Zukunft wünschen wir uns weiterhin ein so treues und begeistertes Publikum und danken den vielen Helfern im Hintergrund für die Stunden harter Arbeit zugunsten des karnevalistischen Humors. DA ZUCKE DIE TUCKE.

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